Leseclub17.11.2018

Gemütlich sieht der Raum im Obergeschoss der Wartbergschule aus. An den Wänden stehen Regale voller Bücher, Sitzkissen und Sofa laden zum Verweilen ein. Aus den Fenstern hat man eine schöne Aussicht: die Kilianskirche auf der einen, den Wartberg auf der anderen Seite. Dieser heimelige Ort hat eine ganz besondere Funktion: drei Mal in der Woche ist hier Leseclub. Er wurde am Donnerstag von der Schule Besuchern vorgestellt.
 
Ihre Bücherei und die ehrenamtlichen Mitarbeiter hat die Schule der Kooperation mit der Stiftung Lesen und der Stadtbibliothek Heilbronn zu verdanken. Im Rahmen des Förderprogramms „Kultur macht stark“ wurde der Leseclub, bis jetzt der einzige in einer Heilbronner Schule, ins Leben gerufen. Der Besuchstag zieht Politiker an: Alexander Throm von der CDU und Nico Weimann von der FDP. Auch Karin Schüttler, die Leiterin des Kultur- und Schulamts, lauscht gespannt den Ausführungen der Rektorin Bärbel Hetzinger.
 
Den Club gibt es schon seit 2015, eröffnet wurde er damals von Bürgermeisterin Agnes Christner. Sein Zweck ist, Kinder fürs Lesen zu begeistern, sagt die Rektorin: „Ich freue mich, wenn es gelingt, dass Kinder Freude am Lesen haben und noch mehr Bücher ausleihen.“ Daheim werde zu wenig vorgelesen.
 
Ehrenamtliche helfen Das Konzept geht auf: Mit drei ehrenamtlichen Mitarbeitern kann die Schule montags, dienstags und donnerstags den Leseclub öffnen. „Im Schnitt kommen acht bis zehn Schüler aus Klasse zwei bis vier“, erzählt Leseclub-Mitarbeiterin Ilona Willig. Momentan liest sie mit ihrer Gruppe Selma Lagerlöfs „Nils Holgersson“. Das stößt bei den Grundschülern auf Begeisterung. Unterstützt wird die Vorleserin von Dieter Schröder und Inge Arz. Vom Vorlesen bis zu freien Aktivitäten rund um Bücher, Spiele, Zeitschriften und Hörspiele – für jedes Kind ist etwas geboten. „Wir wollen den Schülern Zeit schenken und eine Nische schaffen, in der sie einfach entspannen können“, erklärt Bärbel Hetzinger. Dass das alles mit viel Aufwand und Planung verbunden ist, stört die Schulleiterin nicht. Es sei wichtig, Kinder zum Schmökern zu bewegen. Joana Petsonias, in der Stadtbibliothek zuständig für Kinder- und Jugendliteratur, bestärkt sie: „Vor allem brauchen Kinder einen persönlichen Bezug, um konkret Fragen zu dem Gelesenen stellen zu können“, sagt sie. Das leisten die Ehrenamtlichen.

Viel Spaß Es steht außer Frage, die Kinder lieben den Leseclub. Jared Gkekas, ist von Beginn an dabei. „Man lernt besser lesen und außerdem macht es Spaß, auch mit Freunden zu lesen“, weiß der Viertklässler aus Erfahrung. Konrektor Daniel Scherer verweist zudem darauf, dass sie soziale Kompetenzen lernen, wie während des Vorlesens zu warten, bis man selbst dran ist. Mit Fortbildungen, Leseprojekten und Lesungen will die Schule den Leseclub weiterführen.